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Fritz-Walter-Wetter

Zwar hatte ich bisher nur 7 Regentage, doch reichte mir der letzte davon wirklich mehr als aus. Etwa drei Stunden Niederschlag waren genug, um mir als Tourist zu zeigen, wie trostlos es hier sein kann.
Der Engländer an sich ist wohl von Natur aus wetterresistent. Schon im Kreissaal (quasi ab Werk) mit Goretex-Jacke, Gummistiefel und Regenschirm ausgestattet, schockt ihn so schnell kein Wasser. Wenn hier Straßen überflutet sind und sich in Senken ernsthaft gefährliche Pfützen bilden, wird dies von Eingeborenen als leichter Niederschlag belächelt. Zu lächeln war mir gestern Abend nicht zu Mute. Während der Engländer unbekümmert den Hund durch die Fluten zieht, zwingt der Überlebenstrieb den gemeinen Mitteleuropäer bereits hektisch mit Schwimmbewegungen zu beginnen. Zeitweise dachte ich, die britische Hallig würde in den Fluten der Nordsee ersaufen. Zwar regnete es lediglich einige Stunden, doch sind bei dem, was der Engländer dreisterweise als Straße bezeichnet, schon geringe Mengen H2O ausreichend, um auch kleineren Pottwalen bequemen Zugang zum Landesinneren zu gewähren. Der Begriff “Wasserstraße” bekommt eine völlig neue Bedeutung.
Sicherlich habe ich durch gelegentliche Übertreibungen etwas an Glaubwürdigkeit verloren. Da ich leider zu sehr mit dem Heimschwimmen beschäftigt war, um Beweisfotos zu machen, kann ich lediglich auf meine Mitfahrerin verweisen. Sie wird gerne bestätigen, wie langsam man fahren musste, da aufspritzendes Wasser (gute anderthalb Meter hoch) die Scheibenwischer einfach nur hoffnungslos überforderte. Nie zuvor habe ich derart riesige Pfützen und noch dazu in so großer Zahl gesehen. Es war ernsthaft gefährlich.
Weniger gefährlich, aber dafür umso stressiger war der Freitag. Den meisten dürfte Halloween ein Begriff sein. Zur Unkenntlichkeit entstellte Kinder ziehen als Kommerz-Zombies durch die Nacht um ahnungslose Nachbarn um Nerven und Süßigkeiten zu bringen. Bereits in der Rubrik Kanada habe ich einen Bericht über dieses heidnische Brauchtum samt seiner Kommerzialisierung verfasst. So schickte mich meine liebe Gastmutter also am Freitag Morgen zum Einkaufen. Die Einkaufsliste war ebenso kurz wie aberwitzig: Kürbisse. 5 Stück. Am Morgen vor Halloween. Eher bekomm ich eine Privataudienz bei der Queen. Und der Stress... offenbar waren noch andere Hard-Core-Shopper auf die Idee gekommen, gerade am Morgen noch eben schnell Kürbisse zu kaufen. Die erlebten Szenen lassen einen Montag Morgen bei Aldi mit samt kreischenden Hausfrauen-Milizen wie gemütliches Home-Shopping erscheinen. Aber ich führe das nun nicht weiter aus, sondern weise auf mein Gewinnspiel (weiter unten) hin. Offenbar gab es bei Myblog eine Panne, weshalb keiner eine Meldung bezüglich des Videos erhielt. Bislang habe ich lediglich vier Teilnahmen. Annahmeschluss ist der Sonntag, es zählt der Stempel auf der Mail.

1 Kommentar 5.11.08 19:46, kommentieren



Extreme Hardcore Shopping

Sicherlich kennt jeder diese Situation: Donnerstag Morgen, halb Vier in der Früh. Man wird wach und hat das dringende Verlangen nach selbstgemachtem Rahm-Schnitzel. Doch voller Entsetzen die ernüchternde Bilanz nach Durchforstung des Kühlschranks: Keine Sahne im Haus. Was also tun? Wieder schlafen gehen? Etwas anderes essen? Schnitzel ohne Rahm? Wir armen Deutschen, müssen wir uns in diesen alltäglichen Situationen auf Kompromisse einlassen. Qual und Selbstverzicht als einziger Ausweg. Doch nicht so hier in England, dem Mutterland der unbegrenzten Möglichkeiten, wo man sich eben ins Auto setzen kann, um im 10 Meilen entfernten Supermarkt schnell die benötigte Sahne zu holen. Hier, wo im Wörterbuch unter “Ladenschluss” lediglich ein großes Loch klafft, werden einem jederzeit alle Wünsche erfüllt. Gerade die, auch bei uns wohlbekannte, Spezies Rentner nutzt diesen Fakt gerne aus. Wie oft stand ein armes, schutzloses, altes und bis aufs Mark heimtückisches Mütterlein genau dann vor der Kasse, wenn man es eilig hat: “Wievieeeel? Ahhhh, das hab ich passend. 1, 2, 3 [..] 275, 276, 277... 2,78€!” Während sie sich bei uns mit ihren Einkäufen bisher noch auf die Abendstunden beschränken mussten, können sie hier, gleich dem organisierten Verbrechen, rund um die Uhr den gestressten Berufstätigen den Nerv rauben. Denn warum morgens gehen? Da ist ja kein Mensch unterwegs. Shopping non-stop. Für Jung und Alt. Kein Alkoholkauf mehr an der Tankstelle, rund um die Uhr frisches Gemüse oder einfach nur zum Zeitvertreib. Zum Schluss muss ich aber noch etwas zum englischen Einzelhandel loswerden: Meine in Deutschland gekauften GoreTex-Schuhe waren zu meiner Überraschung nicht wasserdicht. Da in der Stadt ein Ladengeschäft der Herstellerfirma Clark’s ist, dachte ich mir, ich könne mal schauen, ob die sie vielleicht für mich einschicken können. Der Dialog lief etwa wie folgt ab (S für Sven, UV für unverschämte Verkäuferin):

S: Guten Tag. Ich habe in Deutschland diese Schuhe Ihrer Marke gekauft. Sie sind etwa fünf Wochen alt, leider ist der linke Schuh nicht wirklich wasserdicht. Da ich erst im Dezember wieder zurückfliege, wollte ich fragen, ob sie sich das vielleicht einmal ansehen können.
UV: Sicherlich. Haben Sie den Beleg?
S: Nein, leider nicht. Ich ging nicht davon aus, ihn im Ausland zu benötigen.
UV: Kein Problem, ich schaue mal im Lager, ob ich diese noch in ihrer Größe da habe.
S (stark verwirrt): Danke.
UV (verschwindet hinter den Kulissen, kehrt nach wenigen Minuten mit den gleichen Schuhen, nur in neu, zurück):
So, bitte sehr, probieren sie die mal an.
S (noch stärker verwirrt): Ähm... ja, danke. […] Die passen sehr gut. Sind ja auch die gleichen Schuhe.

UV (sehr freundlich):
Sehr gut, ich mache gerade schnell den Umtausch.
S: ...???

Da der Dialog danach nicht mehr viel hergab, spare ich mir den Rest. Wie frech ist das denn? Kommt ein Mensch ins Geschäft, Ware in der Hand, welche zwar von der eigenen Firma hergestellt, aber in einem andern Land gekauft wurde, und bittet um Hilfe. Wie kann man da dreisterweise in weniger als Zehn Minuten einfach die Schuhe umtauschen? Ohne Beleg, ohne Kosten, nur mit Freundlichkeit. Also bei Euch kauf ich nochmal was, aber hallo. Im Übrigen habe ich bisher erst wenige Einsendungen zum Gewinnspiel. Morgen Abend ist Auslosung, ich stelle spätesten Montag ein kleines Video mit der Auslosung online. Das wird dann rechts in der Leiste zu finden sein (Ihr bekommt also keine Mail wegen eines neuen Eintrags). Zuvor wird sich der anwesende Hund noch von der Richtigkeit der Ziehung überzeugen, damit mir keiner mit dem Gewehr kommt. Einsendungen kamen von Katharina G aus O, Julia D aus S, Torsten F aus R, Ben W aus O, Isa B aus L, sowie Helmut N aus B und Veronika T aus P bei F. In diesem Sinne mach ich mich nun auf zum Shopping. Wir machen durch bis morgen früh und singen....

3 Kommentare 8.11.08 13:47, kommentieren

Bildchens

Da ich derzeit in einer kreativen Auszeit bade, habe ich lediglich ein paar Bilder im Anhang beigefügt, um den geneigten Leser bei der Stange zu halten. Die ersten beiden unterstützen meinen Bericht bezüglich der englischen Wasserstraßen (wer sich traut kann die Bilder anklicken um sie zu vergrößern). im Übrigen befindet sich rechts das Video mit der Auflösung zum Rätsel.






Was aussieht wie ein selten dämlicher Autofahrer war tatsächlich lediglich ein selten dämlicher Dieb, der innerhalb weniger Stunden samt dem ganzen Plunder gefasst wurde. Hätte vielleicht nicht sein eigenes Auto nehmen sollen...



Ach da ist die also....

1 Kommentar 14.11.08 12:37, kommentieren