Stolz aufs Vorurteil

Böse Zungen behaupten ja, Engländer blieben gerne unter Ihresgleichen. Darum wurde vor vielen, vielen Jahren von englischer Seite ein tiefer Graben gezogen, der vor allem Franzosen und Holländer aus dem Land fernhalten sollte. Die eigentliche Entstehungsgeschichte ist bis heute unbekannt, man weiß jedoch sicher, dass die Kosten und Mühen enorm waren. Was wir heute als Ärmelkanal kennen, sicherte lange Zeit (In)Zucht und Ordnung auf den britischen Inseln und half dem Engländer, sich neue Taktiken zu erdenken, da technische Errungenschaften wie Boote und Flugzeuge die Hürde “Ärmelkanal” immer nutzloser erschienen ließen. Die bis heute berühmteste Erfindung zur Sicherung des eigenen Privatsphäre war das englische Essen. Unzählige Wagemutige aus aller Welt wurden durch diese Allzweckwaffe in die Flucht geschlagen. Zwar gab es nur wenige Überlebende, doch auch eine geringe Anzahl derer reichte aus, um weltweit viele Generationen durch die bloße Schilderung ihrer Erlebnisse von einem Englandbesuch abzubringen. Ob Charles Darwin seine berühmte These schon im Mutterland entwickelte? “Survival of the fittest” im Sinne des Weiterlebens nach dem Genuss englischer Kost? Erst zum Ende des kalten Krieges und im Sinne der Abrüstung wurde schließlich verboten, was im Volksmund als biologische Kriegsführung bezeichnet wurde. Daher kann ich wirklich nicht behaupten, das Essen hier sei schlecht. Zwar habe ich bereits 3 kg Gewicht verloren, doch genieße ich das Essen hier sehr und weise ausdrücklich daraufhin, dass mein Rippen schon immer gut sichtbar waren.
Was blieb dem Engländer also noch, um seine Insel vor den Horden aus dem Ausland zu bewahren?
Nicht mehr viel, befürchte ich. Daher scheint es nicht sehr verwunderlich, dass man in London allen Ernstes Schwierigkeiten hat, einen Engländer zu finden. Die Hauptstadt des Inselstaates quilt über vor lauter Ausländern. Ein wahres Babylon der Moderne. Wozu eigentlich Englisch lernen, wenn selbst im Heimatland, ja in der Hauptstadt, kaum ein Mensch fähig ist, einen geraden, verständlichen und unfallfreien englischen Satz zu produzieren? Die Verständnisprobleme sind hier wirklich enorm, was mir auch andere Deutsche bestätigen. Aber dies liegt, was ich nochmals betonen möchte, nicht zwingend an den schlechten Englischkenntissen von uns Deutschen. Egal ob im Restaurant, beim Paketdienst oder im Supermarkt. Das Ausland hält Einzug und die Engländer sind darüber offenbar nicht sehr amused. Die wohl größten Gruppen sind Inder und vor allem Polen. Letztere haben sogar eine eigene Soap, welche in der BBC beste Einschaltquoten erreicht.

Aber soviel zur Völkerkunde. Immerhin haben mich die Engländer dann doch am Leben gelassen, als ich als einziger Anwesender ein Deutschland-Triko trug. Es war schon schwer erträglich, da die Häme nicht gerade gering ausfiel, aber da steht man drüber. Immerhin prangern bei uns drei Sterne über dem Wappen, bei den Engländern lediglich einer.

Leider habe ich es gestern nicht mehr geschafft den Artikel zu veröffentlichen und möchte mich aufrichtig bei allen Trauernden entschuldigen und auch die raffgierigen Erbschleicher grüßen, welche nun leider doch leer ausgehen. Ich melde mich an gewohnter Stelle wieder und danke für die geneigte Aufmerksamkeit.

Der Sven.

P.S.: Neue Bilder in der Galerie zu finden.

21.11.08 18:30

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