Der Kanadier

Guten Tag liebe Leser, heute möchte ich Ihnen eine ganz besondere Gattung vorstellen: den Kanadis Communis, im Volksmund auch als „ gemeine Kanadier/in“ bekannt.
Diese zutraulichen und höchst sympathischen Zeitgenossen sind vom Laien nur schwer von ihrem nahen Verwandten, dem Amerikanus Unicus, zu unterscheiden. Dies ist verständlich, da sich beide Gattungen äußerlich gleichen und auch die Kommunikation beider Spezies nur schwer voneinander zu unterscheiden ist. Eine Verwechslung kann aber schwerwiegende Folgen haben. Einzelne Exemplare des Kanadis Communis (KC) können bei einer Verwechslung in freier Wildbahn recht schnell gefährlich werden und mit Drohgebärden auf die vermeintliche Beleidigung reagieren. Ist kein Schutzraum in Reichweite, empfiehlt es sich eine unterwürfige Fötushaltung einzunehmen. Doch ist diese keine Garant für das Überleben eines solchen Fauxpas. Einige entscheidende Unterschiede, die das Erkennen vereinfachen und Leben retten können möchte ich kurz aufführen. Zum einen, wie bereits an dieser Stelle erwähnt, ist ein unverzichtbarer Bestandteil der arttypischen Kommunikation des KC das Anhängen eines „eh“ an das Ende eines Satzes, eh? Zwar entsteht dadurch der Eindruck, jeder Satz sei als Frage zu verstehen, doch überlebt diese Spezies nun schon seit Jahrzehnten ohne eine Antwort auf diese Anhängsel zu erhalten.
Ein anderes, aber nicht immer offensichtliches Unterscheidungsmerkmal, ist ein kleines, rotes Blatt, welches Kanadier häufig, aber nicht immer, mit sich tragen. Dies tun sie jedoch weniger um ihresgleichen einfacher zu erkennen, sondern vielmehr um anderen Spezies das Unterscheiden zum Amerikanus Unicus zu erleichtern.

Davon abgesehen ist diese Art jedoch äußerst friedlich und zeichnet sich durch sehr tolerantes Verhalten aus, harmoniert mit fast allen anderen Gattungen und lässt diese sogar im eigenen Revier umherstreifen. Der meist nur aus Holz gefertigte Bau wird zudem nie abgeschlossen, so dass andere Exemplare stets ungestört eintreten können. Zudem haben Kanadier die Angewohnheit im motorisierten Zustand Pfützen zu umfahren, wenn durch das spritzende Wasser nicht motorisierte Exemplare befleckt werden könnten. Dieses typische Verhalten ist sehr häufig zu beobachten. Zudem halten sie pflichtbewusst an jedem Stoppschild an, sehen es dafür aber als ungeschriebenes Gesetz an, nachts an einer leeren Kreuzung über eine rote Ampel zu fahren.
Gegenüber Vertretern des Europais Humanis (Europäern) sind Kanadier sogar höchst freundlich. Die Hilfsbereitschaft ist meist nur mit „bewundernswert“ zu beschreiben. Im Vergleich dazu steht der Germanicus Stoffelus nicht sehr gut da, vor allem im Bereich der Dienstleistungen kann letzterer vom gemeinen Kanadier noch viel lernen.

Um sich in einem Rudel zu integrieren ist es unerlässlich, bestimmte Umgangsformen zu übernehmen und richtig deuten zu können. Generell fragt der gemeine Kanadier in gleichen Atemzug bei der Begrüßung „how are you?“. Im Gegensatz zu dem eingangs erwähnten „eh“ wird auf diese Floskel sehr wohl eine Antwort erwartet, doch ist auch hier Wissen über die Eigenarten dieser Spezies unbedingt erforderlich. Ein einfaches „Thank you, fine“ ist mehr als ausreichend. Gerade der Europais Humanis neigt jedoch dazu, diese Frage falsch zu interpretieren und sich mit einem mehrminütigen, detaillierten Vortrag (siehe Eintrag zu Redeschwall) gründlich zu blamieren oder bestenfalls einfach ignoriert zu werden, da das Gespräch von seinem Gegenüber mit eben dieser Floskel eigentlich schon als beendet angesehen wurde und dieser schon zwei Gesprächspartner weiter vorangeschritten ist.
Beim Bestatten seiner Artgenossen ist der Kanadis Communis sehr Kreativ und bemüht sich, durch entsprechendes Markieren der Grabstätte für die Nachwelt einige Informationen über den verstorbenen Genossen zu erhalten.


Der gemeine Kanadier hat sich zudem äußerst gut an seine Umwelt angepasst und im Laufe der Evolution ein extrem dichtes, doch fast unsichtbares Fell entwickelt. Während andere Gattungen mit gut gefütterten Kunstfellen bei Temperaturen zwischen 0 und 10 Grad Celsius Schwierigkeiten haben, sich an die widrigen Bedingungen des kanadischen Lebensraumes zu gewöhnen und eventuell ein Rückschritt in der Evolution in Richtung Winterschlaf zu befürchten ist, scheint der Kanadis Communis noch sehr fidel seinem Tagwerk nachzugehen. Männchen sind dabei häufig noch mit kurzem Beinkleid zu erspähen, teilweise sogar mit einschichtiger Oberbekleidung. Flip-Flops und leichte Oberteile sind bei gleichen Bedingungen erste Wahl bei den weiblichen Exemplaren dieser Gattung.
Ein Weibchen musste letztes Jahr sogar ins Krankenhaus, da dessen Flip-Flops es im Februar (Hochsommer.... in Australien) bei Minusgraden nicht vor Erfrierungen schützen konnten.




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29.11.06 16:18

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